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db-nummer lgmünchen-0009O-2001-11617

LG München, Urteil vom 14.11.2001 - 9 O 11617/01 - "Ermakova"
Art. 1 Abs. 1, 2 Abs. 1, 5 Abs. 1, Abs. 3 GG
§§ 242, 823 BGB

Leitsätze (tm.)

1. Zum Auskunftsanspruch und zur Höhe des Anspruchs auf Geldentschädigung wegen einer schwerwiegenden Persönlichkeitsrechtsverletzung durch ein in das Internet eingestelltes Computerspiel, in welchem in einer herabwürdigenden, die Intimsphäre der Betroffenen betreffenden Art deren sexuelles Verhältnis zu einem prominenten Tennisspieler dargestellt wird (hier: DM 90.000,-).
2. Wird eine Person zum Objekt sexueller Begierden und Fantasien Dritter herabgewürdigt und damit im Kernbereich ihrer Persönlichkeit getroffen, überwiegt das allgemeine Persönlichkeitsrecht gegenüber den Grundrechten der Kunstfreiheit und der Meinungs- und Pressefreiheit.
3. Hinsichtlich der Bemessung der Höhe der Geldentschädigung besteht kein Auskunftsanspruch bezüglich der durch die Rechtsverletzung erzielten Werbeeinnahmen, da er auf eine Gewinnabschöpfung gerichtet ist und damit einen vermögensrechtlichen Anspruch darstellt Um einen solchen handelt es sich bei der immateriellen Geldentschädigung nicht.